Rudi Meisel – Vor meinen Augen
bis 16. Mai 2026 // Galerie Bene Taschen, Köln
Galerie Bene Taschen freut sich, den deutschen Fotografen Rudi Meisel (*1949, Wilhelmshaven) mit der Einzelausstellung Vor meinen Augen erstmalig als Teil des Galerieprogramms zu präsentieren. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren. In Farb- und Schwarzweißaufnahmen sind Menschen in Deutschland in ihrem Alltag zu sehen. Rudi Meisel wird zu einem Beobachter mit empathischem, offenem Blick.
In Autorast 1971 fotografierte Rudi Meisel auf Rastplätzen der A3 bei Köln Szenen des Innehaltens. Er zeigt Menschen, die ihre Fahrt kurz unterbrechen und dem Essen, Rauchen, Tanken, Lesen oder Spielen nachgehen. An diesen anonymen Durchgangsorten entstehen Momentaufnahmen alltäglicher Bedürfnisse.
Für seine Werkreihe Landsleute 1977 – 1987: Two Germanys bereiste Rudi Meisel über zehn Jahre West- und Ostdeutschland. Er porträtierte Personen aller Altersgruppen im alltäglichen Leben – auf der Kirmes in Duisburg, auf Kohlehalden in Essen, vor Diskotheken in Ost-Berlin und in Bussen und Bahnen großer Städte. Eine Unterscheidung zwischen Ost und West ist dabei auf den ersten Blick nicht erkennbar. Sichtbar wird das Gemeinsame, das Menschen in ihren Handlungen verbindet. Entstanden ist ein umfangreiches fotojournalistisches Archiv, das Einblicke eines geteilten Deutschlands festhält. 2015 wurde die Werkreihe in einer Einzelausstellung im C/O Berlin gezeigt, begleitet von der Veröffentlichung der gleichnamigen Publikation
Rudi Meisel studierte Fotografie bei Otto Steinert an der Folkwangschule Essen (jetzt Folkwang Universität der Künste). Seit 1971 arbeitete er an eigenen Themen und Aufträgen für namhafte Wochen- und Monatsmagazine. 1975 gründete Meisel mit André Gelpke und Gerd Ludwig die Fotografengruppe VISUM in Essen. Von 1982 bis 1991 war er an Zeitschriftenprojekten mit Otl Aicher beteiligt; von 1995 bis 1999 gehörte er in Berlin zum Team um Norman Foster beim Umbau des Reichstags.
Für seine Arbeiten hat Meisel mehrere Preise erhalten, darunter den Photokina-Obelisk, den Kodak-Fotobuchpreis und den Kulturpreis Lotto Brandenburg. In Museen wie dem Deutschen Historischen Museum Berlin, den Deichtorhallen in Hamburg, im Dieselkraftwerk Cottbus, wie auch in Goethe-Instituten, im Haus der Geschichte Bonn, im Museum Folkwang Essen und im Ruhr Museum in Essen wurden seine Arbeiten gezeigt. Kuratorisch betreut und verwahrt wird Rudi Meisels Gesamtwerk von der Deutschen Fotothek, Dresden. Heute lebt Meisel in Berlin.
