Stephan Erfurt. On the Road

bis 16. Januar 2022 // Projektraum der Helmut Newton Stiftung

Parallel zur Ausstellung „America 1970s/80s“ mit Werken von Evelyn Hofer, Sheila Metzner, Joel Meyerowitz und Helmut Newton zeigt die Helmut Newton Stiftung im Projektraum über 50 Fotografien von Stephan Erfurt, die in den 1980er-Jahren zwischen New York und der kalifornischen Pazifikküste entstanden sind. Die inhaltliche Verbindung zur Hauptausstellung im ersten Stock des Museums ist eng geknüpft, denn Erfurt assistierte zuerst Evelyn Hofer und ließ sich später von Joel Meyerowitz entscheidende Hinweise für eine eigene Werkgruppe geben.

Erfurts fotografischer Werdegang begann 1980 in Wien, wo er die Tänzer und Tänzerinnen des Opernballs beobachtete, und etwas später in Paris, wo er des Nachts die Musiker in den verzweigten Gängen der Metro porträtierte. Das Medium begann ihn bald so sehr zu faszinieren, dass er parallel Fotografie an der Gesamthochschule Essen studierte. Aber Paris war erst der Anfang; 1984 zog er weiter nach New York ins East Village, wo Erfurt in einem winzigen Loft lebte. Und Amerika war und blieb für den jungen Fotografen für fünf Jahre Schaffensort und Lebensmittelpunkt – bis zum Fall der Mauer.

Das Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde Mitte der 1980er-Jahre zum Auftraggeber und Abnehmer seiner Bilder und Bildgeschichten aus den Straßen und Restaurants dieses legendären kulturellen Schmelztiegels und von seinen Reisen quer durch das riesige Land. Ob in New York, Miami, Las Vegas oder Los Angeles, überall entstanden intensiv recherchierte Reportagen für das FAZ-Magazin, häufig begleitet von Texten von Jordan Mejias. Angeregt durch Evelyn Hofer entstand beispielsweise 1985 die „Wall Street“-Serie, deren harte, scharf gezeichnete Hell-Dunkel-Kontraste auch heute noch begeistern.