Michael Ruetz: Decay & Serendipity

Michael Ruetz: Decay & Serendipity / jetzt im Handel

„Verfall ist leben. Leben ist verfallen. Solange man verfällt, lebt man…“, schreibt der Berliner Fotograf Michael Ruetz (*1940) im Vorwort zu seinem neuen Buch Decay & Serendipity, welches kürzlich im Verlag Éditions Facteur Cheval erschienen ist und seine persönliche Hommage an das Genre Vanitas darstellt.

Zwischen 2015 und 2021 widmete sich Ruetz dem „blindlings Schauen“. „Die Arbeitsbasis dieses im Verlauf von sieben Jahren entstandenen Zyklus war/bedeutete eine beiläufige und absichtslose Näherung. Die Wahrnehmung dessen, was sich bietet und geboten wird“ – vielmehr dem, was der Fotograf während seinen Spaziergängen im Berliner Bezirk Charlottenburg oder rund um seine spanische Finca fand: Blätter, Gräser und entsorgte Blumen in den heimischen vier Wänden. So könnte man sagen, dass der „Zufall bei diesem Projekt Regie geführt hätte, ohne Plan und ohne Absicht, wurde heutiges und halbvergessenes zu einer surrealen Mischung vereint und dann fotografisch für die Ewigkeit festgehalten“.

„Im Vergleich zu den als viele Jahre umfassende Langzeitstudien angelegten Timescapes – unter diesen Begriff fasst Michael Ruetz seine jeweiligen Werkgruppen mit Zeitbezug zusammen – wurde der Zyklus Decay & Serendipity in einem kürzeren Zeitraum verwirklicht. In verschiedenen Innenraumsituationen und immer bei natürlichem, im Raum herrschenden Licht wurden die Gebilde aus aufgelesenen, zufällig gefundenen Blumenblüten und -blättern, Laub und Ästen arrangiert, meist in oder auf einem transparenten Glasbehälter, von dem nur ein Fragment erkennbar bleibt, in dem sich das tageslichtspendende Fenster spiegelt…